Magst du auch lieber hören als selbst lesen?

Hier lese ich dir diesen Artikel vor!

Immer wieder habe ich an anderer Stelle bereits erwähnt, dass es für mich bei meiner Arbeit nicht darum geht, Symptome so schnell wie möglich los zu werden. Ziel ist stattdessen, sie überflüssig zu machen. Das ist eine der wichtigsten Grundlagen meiner Arbeit mit Mensch & Tier und deshalb möchte ich dir heute gerne ein bisschen mehr darüber erzählen.

 

Symptomfrei – ein legitimer Wunsch!

Also eines ist natürlich klar: KEIN Mensch hat gerne Schmerzen. Niemand mag es krank zu sein. Und erst recht wünschen wir uns, nicht länger als unbedingt nötig durch ein Symptom oder eine Krankheit eingeschränkt zu sein. Da ist es ja nur allzu verständlich, dass wir Symptome ablehnen… manchmal sogar regelrecht hassen. Was läge da näher, als dem Übel möglichst schnell und ohne große Umwege zu Leibe zu rücken?

Ok, manch einer ringt sich bei weniger schwerwiegenden Problemen natürlich schon dazu durch, es „zunächst einmal sanft“ – soll meistens heißen mit Hilfe der Naturheilkunde – zu versuchen. Aber immer wieder kann man beobachten, dass es den Betroffenen entweder nicht schnell genug funktioniert, oder aber die Situation doch als zu bedrohlich empfunden wird und der Griff zu den „schwereren Geschützen“, also „richtigen“ Medikamenten erfolgt.

Das kann ich natürlich verstehen und möchte das auch hier überhaupt nicht be- oder gar verurteilen. Genau genommen soll es hier auch gar nicht um die Frage gehen, ob Naturheilkunde der Schulmedizin vorzuziehen wäre… Nein, viel mehr geht es um etwas noch Grundsätzlicheres als das. Ich möchte dir in diesem Blogeintrag einfach nochmal einen etwas anderen (ja womöglich für dich noch völlig unvertrauten) Weg des Denkens bzw. des Verstehens von Krankheit aufzeigen und damit vielleicht ein paar neue Impulse geben.

 

Wofür Symptome gut sind…

Ja du hast richtig gelesen: Symptome sind für etwas GUT!!! Das klingt wahrscheinlich etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man bedenkt, dass mit dem Wort „Symptom“ für gewöhnlich ein körperliches Problem bezeichnet wird. Irgendwo funktioniert irgendwas nicht mehr so wie es soll. Wir kennen Symptome also quasi als „Bausteine“ einer Krankheit. Meistens sind damit dann zu allem Überfluss auch noch Schmerzen verbunden. Wenn es ganz dick kommt, dann ist womöglich sogar das Leben in Gefahr. Hinzu kommt, dass in unserer Gesellschaft Krankheit immer noch als Schicksalsschlag betrachtet wird. Wir sprechen vom Kampf, den ein Betroffener gegen seine Erkrankung führt… von Krankheit, die besiegt werden muss.

Das Symptom ist aber nicht die eigentliche Krankheit, denn die findet immer auf der seelischen beziehungsweise energetischen Ebene statt. Symptome sind nur AUSDRUCK dessen, dass da auf Seelenebene etwas aus dem Gleichgewicht geraten oder blockiert ist. Statt sie auf der körperlichen Ebene unerbittlich zu bekämpfen (dabei aber das eigentliche Problem ja weder zu kennen geschweige denn zu lösen) ist es viel sinnvoller, sie zu NUTZEN!!! Wie das geht möchte ich dir hier erklären.

Zunächst möchte ich dich einfach einmal einladen, dich für den Gedanken zu öffnen…

… dass Symptome Botschaften der Seele sind

… dass hinter einer Krankheit eine gute Absicht steht

… dass es einen Sinn hat, was uns da begegnet

 

Und das gilt gleichermaßen für akute wie für chronische Erkrankungen! Anstatt sich als Opfer der Symptome zu sehen, kann man – wenn man bereit ist diese Gedanken zuzulassen – Krankheit nämlich als Entwicklungsmöglichkeit und als Chance erkennen und ganz anders damit umgehen lernen.

 

Symptome überflüssig machen… wie funktioniert das?

Der erste Schritt wäre es also, das Symptom nicht als Feind, sondern als Freund begreifen zu lernen. Was auch immer sich da zeigt, möchte für den Moment einfach einmal angenommen und mit Aufmerksamkeit betrachtet werden.

Nicht falsch verstehen: Das bedeutet nicht, dass es nicht ok wäre sich zu wünschen, dass das Symptom wieder verschwinden kann – es ist lediglich ein anderer Weg, um dies zu erreichen! Ich nutze das Symptom als Wegweiser hin zum eigentlichen Kern, der Ursache auf der seelischen, emotionalen oder energetischen Ebene.

 

Zweiter Schritt: Öffne dich für die Botschaft des Symptoms. Was will dir das, was du da erlebst sagen? Was ist die gute Absicht dahinter? Worin liegt der Sinn, dass du genau das jetzt erlebst? Was hast du vielleicht bisher noch nicht verstanden? Wo hast du lange genug nicht auf deine Intuition gehört? Wovor bewahrt dich die Krankheit, weil du selbst eine Grenze nicht setzen konntest? Welche Situation macht(e) dir so zu schaffen? Welche Gefühle werden nicht gefühlt? Und nicht zuletzt: wo bist du vielleicht deinem Familiensystem treu, indem du auch krank bist? Und so weiter…

Vielleicht hilft es dir ja, wenn du dir bildlich vorstellst, dass du einen Boten mit einer Nachricht empfängst. Und statt ihn vor der Auslieferung gleich am Gartentor mit dem Holzknüppel zu erschlagen, bittest du ihn in deine Küche, bietest ihm einen Platz und ein Glas Wasser an und lässt ihn dann seine Botschaft überbringen. Denn dann ist seine Aufgabe erfüllt und er wird wieder gehen!

Konkret geht es bei diesem Schritt also darum herauszufinden, was das Symptom bzw. die Krankheit ausgelöst hat. Was war der Konflikt, welches war das nicht gelebte Gefühl, was war die Situation oder das Erlebnis, die nicht verarbeitet werden konnten? Wo wünscht sich die Seele wirklich Heilung?

Wenn man allein durch nachdenken und sich zurück erinnern nicht an den Punkt kommt, dann braucht es für mich eigentlich immer eine Aufstellung. Damit lässt sich sichtbar machen, worum es eigentlich geht. Wenn du das gerne einmal für dich selbst ausprobieren möchtest, dann nimm einfach drei Zettel, die du beschriftest und dann deinem Bauchgefühl folgend auf dem Boden platzierst. Der Pfeil zeigt jeweils die Blickrichtung an. Das könnte dann z. B. so aussehen:

 

Symptome überflüssig machen

© Antje May

Dann stellst du dich nacheinander zunächst auf deinen Platz, auf den Platz des Symptoms und schließlich auf das Thema dahinter. Bleib jeweils eine Zeit lang stehen, atme tief ein und warte ab, was dir für Gedanken und Gefühle kommen. Wo fällt dein Blick hin? An was musst du unwillkürlich denken? Welche Personen oder Situationen fallen dir ein? Wenn du – wie in dem Beispiel hier – weder mit deinem Symptom noch mit dem Thema dahinter in Kontakt bist (= weg schaust), kann ein nächster Schritt nach dem ersten Einfühlen z. B. sein, dass du dich dem hinwendest, es einmal anschaust und dann noch einmal fühlst. Du wirst vermutlich staunen, was man bei dieser einfachen Aufstellung bereits erleben kann!

Manchmal bewirkt allein die ERKENNTNIS und die Hinwendung zu dem was jetzt gesehen werden möchte schon die Verbesserung, weil dabei neue Prozesse im Denken und Fühlen in Gang kommen. Manchmal braucht es aber dann natürlich auch noch Schritt Nummer drei….

 

Dritter Schritt: Ausgehend von dem Punkt, der verstanden werden wollte, geht es dann darum zu schauen, was muss eventuell noch passieren, damit das Symptom überflüssig wird.

Ich erlebe ganz oft, dass homöopathische Mittel hier einfach unbeschreiblich gut unterstützen und uns buchstäblich auf dem Weg ein Stück tragen, indem sie unserer Seele Weiterentwicklung und Heilung schenken. Ich setze sie dann passend zu dem Prozess auf der seelischen Ebene ein, der sich in der Aufstellung gezeigt hat.

Manchmal ist es darüber hinaus nötig, noch etwas anderes zu tun. Das kann gehen vom Wahrnehmen, Fühlen, sich Eingestehen von oder sich Einlassen auf Gefühle die da sind. Tränen, die einfach einmal fließen dürfen. Bislang nicht gelebte Wut, die man vielleicht endlich einmal in einem Brief (den man nie an den Empfänger sendet) zum Ausdruck bringt. Oder aber es wird spürbar, dass in einem Lebensbereich konkrete Handlungen oder Veränderungen nötig sind, damit das Symptom gehen kann. Beispielsweise der Wechsel eines Arbeitsplatzes, eine Trennung, sich endlich einmal eine Pause gönnen, sich mit jemandem aussprechen oder, oder, oder…

 

Heilung ist ein Prozess…

… und Symptome sind unsere Hinweisschilder auf dem Weg zur Heilung!

Du siehst schon, der Denkansatz Symptome überflüssig zu machen anstatt sie nur zu eliminieren setzt bereits weit vor der Frage an, ob nun der schulmedizinische oder doch lieber der naturheilkundliche oder alternative Weg der bessere wäre. Ganz gleich für welchen Weg wir uns dann jeweils entscheiden ist es aber IMMER wichtig, parallel nach der Ursache des Symptoms zu forschen und an DER Stelle anzusetzen und gegebenenfalls nicht nur zu therapieren, sondern auch etwas zu verändern.

Denn eines erlebe ich immer wieder: Auch die beste naturheilkundliche Therapie kann scheitern, wenn nur symptomatisch (sprich mit dem Ziel die Symptome schnell weg zu bekommen) behandelt wird. Umgekehrt gilt natürlich, dass selbst die aggressivste schulmedizinische Therapie von Erfolg gekrönt sein kann und heilen kann, wenn der Betroffene parallel dazu „im Prozess“ ist, also auf der Suche nach und in der Veränderung dessen, wofür seine Krankheit letztendlich Ausdruck ist.

 

Das Ziel heißt Entwicklung

Für mich zeigt sich immer wieder: Wenn wir im Prozess der Weiterentwicklung auf einem guten, für uns richtigen Weg und in einem für uns passenden Tempo unterwegs sind, dann begegnen uns nur selten Hinweisschilder in Form von Symptomen. Wenn sich Symptome häufen oder aber bedrohlicher werden, dann macht es Sinn zu überprüfen, was das zu bedeuten hat. Und je schneller uns das gelingt, desto schneller können sie wieder verschwinden.

Heilung braucht Entwicklung auf allen Ebenen, nicht nur im Körper. Deshalb sollte auch das Ziel nicht nur sein, dass Symptome unter einer Behandlung verschwinden, sondern dass gleichzeitig eine Entwicklung spürbar ist auf allen Ebenen, auch im Denken und in der Seele! Dann hat das Symptom seinen Zweck nämlich wirklich erfüllt und wird… überflüssig! 🙂

 

Buchtipp zum Schluss

Zum Abschluss vielleicht noch ein Buchtipp, falls du gern zu diesem Thema noch ein bisschen weiterlesen möchtest:

 

 

Bis bald, deine

Antje

Bilder auf dieser Seite (von oben nach unten und von links nach rechts):

Bild 1: © Gina Sanders / fotolia.com – Bild-Nummer: 49708845

Bild 2: © Antje May

Bild 3: © Daniela Jakob / f-wie-foto.com

Diese Webseite benutzt keine Tracker. Cookies werden jedoch eingesetzt. Hier erfährst du, was du tun kannst, um das zu verhindern: Cookies blockieren

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen